Unsere Clubstation

Die Entscheidung der Stadt ein eigenes Gebäude für die Landshuter Funkamateure errichten zu wollen war nach drei abgerissenen Clubheimen ein großer Glücksfall für den Ortsverband. Einerseits durften wir uns schon an der Planung aktiv beteiligen und unsere Vorstellungen einbringen und andererseits brachte es uns doch die Gewissheit, vor weiteren „Abrissen“ verschont zu bleiben.

Nach langer Wartezeit erfolgte dann im Herbst 2009 der Baubeginn. Es entstand ein Niedrigenergiehaus mit Luftbrunnen zur Nutzung der Erdwärme. Gleichzeitig wurde auch ein Fundament für einen 12m Versatower erstellt, den wir zwischenzeitlich gebraucht von einem Funkamateur in Moers/NRW erstanden, abgebaut, hierher transportiert und renoviert hatten. Da wir uns gegenüber der Stadt verpflichtet hatten, viel Eigenleistung einzubringen, wurde die komplette Außenisolierung, die Holzverkleidung, das Dach Eindecken und viele andere Dinge uns erledigt. Die komplette „HF-Verkabelung“ einschließlich Antennen, Antennenschalter, Vorverstärker, Rotoren, Rotorsteuerungen und Anschlussmöglichkeiten für die Funkgeräte wurde natürlich auch von uns durchgeführt.

Auf den rund 60qm entstanden somit Küche, Technikraum, Flur, WC und natürlich ein großer Funk- und Schulungsraum.

Die Eröffnung konnten wir dann im Juni 2010 groß feiern.

An einem UKW Platz mit 2m- und 70cm Allmode Geräten, sowie an 2 vollwertig ausgestatteten KW-Stationen konnte man seinem Hobby freien Lauf lassen. Für Kurzwelle sorgen ein 5-Band LZ-Beam, ein drehbarer Dipol für 30/40m, ein Doppeldipol für 80m, sowie eine L-Antenne mit großem Erdnetz für 160m für stets gute Verbindungen. Ein 6m 5-Element-, ein 2m 19-Element- und für 70cm ein 13-Element Beam, sowie diverse Vertikal-Rundstrahler versorgen die höheren Bänder. Außerdem wurde das Clubheim die neue Heimat unseres 70cm Relais‘ DB0OVL.

Ein komplettes Gebäude nur für uns und das in so exponierter Lage, mit dieser exquisiten Ausstattung beflügelte den OV dermaßen, dass wir in der Clubmeisterschaft 2017 ganz vorne mitmischten. Doch Freud und Leid liegen bekanntlich nahe beieinander. Nachdem wir im Juli 2017 auf der HAM Radio in Friedrichshafen mit dem Gewinn der Vize-Clubmeisterschaft den größten Erfolg in unserer Vereinsgeschichte feiern konnten, ereilte uns am 1. August der größte Schicksalsschlag in der Vereinsgeschichte. Abends um ca. 19:30 brannte unser Clubheim.

Link zum Brand des Clubheims

Während der Sanierungsphase diente uns unser Fieldday-Funkwagen, den wir hinter dem Clubheim aufgestellt hatten, als Clubheim-Ersatz. Nach dieser, gefühlt unendlichen Renovierung konnten wir unser vorübergehend in 2 Containern eingelagertes Inventar im Frühjahr 2018 wieder ins Gebäude verbringen. An einen geregelten Betrieb war aber noch lange nicht zu denken, mussten doch die komplette Verkabelung von und zum Speicher erneuert werden.

Bei dieser Gelegenheit wurde die Idee geboren, den Mast auf unserem Clubheim etwas zu vergrößern und somit auch Platz für 23cm und 13cm zu gewinnen. Der alte 6m Schiebemast musste somit einem verzinktem 10m Stahlmast mit 6m Rohr über dem Rotor weichen. Damit konnten dann 2x 16 Element gestockt für 70cm, ein 1m Gitterspiegel für 23/13cm sowie 4 Rundstrahler für 2m, 70cm und 23 cm, sowie eine breitbandige Diskone Antenne für Web SDR Empfang installiert werden. Die Richtantennnen wurden allesamt mit entsprechenden Vorverstärkern ausgestattet. Der Mast wurde vor dem Clubheim liegend komplett montiert, mit allen Antennen versehen und verkabelt. Anschließend konnte das komplette Gebilde von einem 80t Kran in das Dach eingehoben und am vorbereiteten Mastfuß befestigt werden.

Die Übergabe des Clubheims nach der Sanierung erfolgte dann zum 01.Juni 2018, also fast ein Jahr nach dem Brand. Am 15. September 2018 feierten wir dann Wiedereröffnung mit vielen Gästen.

Nach Fertigstellung der Renovierungsarbeiten konnten wir auch wieder daran denken, die vor dem Brand schon geplanten Arbeiten wieder anzugehen. In diesem Zuge wurden unser Werkstatt- und der Lagercontainer überdacht und, soweit möglich, mit Holz verkleidet. Ausstehend ist noch der 3. Antennenmast für den 6m Beam und eine Antennenanlage für den Betrieb über umlaufende Satelliten. Auch muss noch ein Fundament für unseren 2,5m Parabolspiegel erstellt werden. Der Spiegel soll ATV Betrieb über AMSAT OSCAR 100 ermöglichen. Planungen gibt es somit reichlich.